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3 Gründe, warum Pinterest die Marketingwelt verändert

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06 Mrz 2012
community management, e-commerce, fallbeispiele, grundlagen, inspiration, marketing, pinterest, social
by Karsten Wusthoff

Bevor wir anfangen: Ein dickes Dankeschön an Uwe Knaus und seinen Blogbeitrag, Daniel Rehn und Benjamin Stoll für ihre Hilfe bei der Recherche und Opel dafür, dass ihr so coole Typen seid.

[dropcap3]P[/dropcap3]interest! Ich reite da ja schon seit längerem drauf rum und mittlerweile bin ich da auch nicht mehr allein. Da ich aber eigentlich nicht über die technischen Seiten bestimmter Plattformen schreiben will (dafür gibt es mehr als genügend Blogs. Vielleicht mehr als gesund ist.), sondern eher die dahinter liegenden Prinzipien erklären möchte, habe ich bisher dazu meine Klappe gehalten. Doch nun kam mir einfach der Geistesblitz in Form eines Videos und eines Blogbeitrages, auf den ich später noch genauer eingehe.

Und da sich Listen immer gut für Beiträge eignen, habe ich euch mal 3 fundamentale, superkalifragilistikexpialigetische Gründe zusammengestellt, warum Pinterest Social Media und die Marketingwelt verändert.

Für die, die noch nicht wissen, was Pinterest ist und warum das so boomt, hier ist ein tolles Video und hier ein paar Zahlen dazu. Doch Pinterest ist mehr als nur ein Hype und eine Traffic-Maschine. Der neue Dienst dellt das Marketinguniversum gehörig ein. Hier ist warum.

1. Deutschland kommt aus dem Quark

Bisher war Deutschland nicht unbedingt das Land der schnellen Adaption von neuen Technologien. Allein das ganzen Rumgekrebse um die “alten Hasen” Facebook, Twitter und YouTube zeigt, dass wir lieber erstmal vorsichtig mit einem Stock aus der Ferne pieksen, statt sofort reinzuspringen.

Pinterest ist da irgendwie anders. Es ist ja auch super einfach, unkompliziert, man muss erstmal keine eigenen Inhalte hochladen und kann trotzdem aktiv sein. Oder anders: Man kann nix kaputt machen. Und zum Glück hat da nicht sofort jemand geschrien “Wie macht sich das eigentlich alles bezahlt?”. Also wurde auch keiner irre gemacht und man versucht einfach mal. Und das – welch Überraschung – oft mit Erfolg.

Und dass sich das lohnt und ganz einfach ist, spricht sich schnell herum. Schon jetzt sind zahlreiche deutsche Unternehmen vertreten. Sowohl ganz große, als auch ganz kleine…

Was das für die Marketingwelt bedeutet
Pinterest setzt ein deutliches Zeichen: “Probiere ruhig aus, es ist alles gar nicht so schlimm!”.
Und das ist nur der Anfang einer schnelleren, aktiveren Werbe- und Kommunikationskultur. Pinterest trainiert uns wie keine andere Plattform, dass Aktionismus und Neugierde etwas Gutes sind.

2. Der Interest Graph

Ja Pinterest bringt unglaublich viel Besucher auf Webseiten. Doch wenig Menschen haben hierzulande begriffen, warum das eigentlich so ist. Das Zauberwort ist “Interest Graph” – oder wie ich es gerne nenne: Das Wühltisch Phänomen.

Pinterest bedient einen Wunsch, den keine andere Plattform so deutlich auf den Fahnen stehen hat: Inhalte entdecken. Hier sucht man nicht nach “Bild von Mann mit Tattoo am Strand”. Man durchstöbert einfach mal “Männer” oder “Strand”. Das zieht Menschen an und lässt sie frei mit den Inhalten agieren. Und das intensiver als bei jedem durchstruktierten Archiv. Eben ähnlich dem Wühltisch, an dem auch nur “Socken” steht. Da entstehen Kämpfe, die vor dem sortierten Regal “Männersocken, schwarz, Größe 44-46″ nie stattfinden würden. Denn man weiß ja nie, ob man nicht doch das Highlight findet, nach dem man eigentlich nicht gesucht hat.

Menschen und Marken verbinden sich dort wie bei keiner anderen Plattform durch ihre Interessen und nicht durch ihre Freunde/Kontakte wie z.B. bei Facebooks “Social Graph” oder dem ganz klassischen “Nachfrage und Angebot”.

Was das für die Marketingwelt bedeutet
Jedes Unternehmen wird in Zukunft noch stärker den Wühltisch füllen, beobachten und mit ihm interagieren müssen. Die Schnittstelle “Interessen” bietet viele Chancen, neue Kunden und Interessenten auf sich aufmerksam zu machen. Und Pinterest macht dies so einfach und unaufwändig möglich wie niemals zuvor.

3. Kontext

Jeder Mensch, der sich schon länger als 2 Jahre im Online Marketing aufhält, weiß: “Content is King”. Und ich denke, dass guter Inhalt Pflicht ist, kann auch jeder unterschreiben. Doch das allein reicht nicht mehr. “Heute werden innerhalb von 48 Stunden mehr Inhalte geschaffen, als vom Anbeginn der Menschheit bis zum Jahre 2003″ sagt Eric Schmidt, ex CEO von Google. Da kommt man mit gutem Inhalt allein auch nicht mehr weit. Was zähl ist Kontext!

Und Pinterest ist eine wahre Kontextmaschine. Wie wir oben schon gelernt haben, geht es hier weniger um die konkreten Inhalte, als um ihre übergeordnete Kategorien. Doch Pinterest geht noch einen Schritt weiter. Durch das einfache Repinnen erlaubt es jedem Nutzer, einzelne Inhalte neu einzubetten und somit den Kontext zu ändern. Somit werden meine Botschaften automatisch entwurzelt, neu eingepflanzt und sprechen wiederum neuen Interest Graphen an. BOOM! Reichweite erhöht.

Das kann und sollte ich natürlich auch nutzen. Wenn viele Nutzer meine Pralinenbilder unter “Tea Time” repinnen, ist das für mich eine wertvolle Information. So kann ich z.B. überlegen, ob ich nicht ein neues Board oder sogar ein spezielles Produktpaket für diesen Interest Graph zusammenstelle. DOPPELBOOM! Reichweite nicht nur erhöht, sondern auch direkt beeindruckt!

Was das für die Marketingwelt bedeutet
Kontext wird zum König werden. Dank der Stärkung des Interes Graphen, wird es immer wichtiger werden, in welche Zusammenhänge ich meine Inhalte setze und wie diese neu verwertet werden können. Jedes Unternehmen, das diese Chance nicht nutzt, verpasst die Gelegenheit, aus der Masse herauszustechen und tolle Kundenerlebnisse zu schaffen.

Das Beispiel Opel

Und nun kommen zum oben angesprochenen Blogpost auf dem Posterous von Uwe Knaus. Wer gerade keine Zeit hat, sich das durchzulesen:
Uwe Knaus wurde von Twitter-Freund Daniel Rehn darauf aufmerksam gemacht, dass Opel auf seinem Pinterest Profil ein Board mit dem Namen “150 Years of Greatness” hat. Da das Auto aber erst 126 Jahre alt ist, bemängelte der Uwe, dass sich dann da aber auch bitte Nähmaschine und Fahrrad tummeln sollten.

Und siehe da: 20 Minuten später zwitscherte Opel die beiden an, dass sie sich für das Feedback bedanken und das Board um die beiden Bilder ergänzt worden sei. Erwähnte ich, dass es Sonntag Nachmittag war?

Sehen wir bei der schönen Geschichte mal davon ab, dass Opel hier arschgeil, schnell und persönlich reagiert hat (mir kommen wieder die Freudentränen). Was ist passiert und wie wurde das Ganze überhaupt möglich?

1. Hat Opel die oben angesprochene Neugierde gehabt und probiert Pinterest einfach mal aus. Besonders das “Pinned Art” Board zeigt, dass es wirlich eher (noch) eine Spielwiese ist, als ein todernster Marketing-Kanal.

2. Opel hat sich auf den Wühltisch gelegt. Und zwar nicht mit “Hier sind unsere tollen Autos”. Stattdessen haben sie den Interest Graph aller Autofreunde angezapft: Einfach schöne Bilder von klassischen Opels. So stoßen auch Menschen auf die Bilder, die vielleicht niemals gezielt nach “Opel Ascona” suchen würden. Daniel Rehn wurde von seinem Twitter Freund Benjamin Stoll darauf aufmerksam gemacht, der das Board bei seiner Recherche zu Unternehmen auf Pinterest fand (ein weiterer Interest Graph übrigens: “Einsatz von neuen Plattformen bei Firmen”). Genausowenig selbst nach Opel gesucht hätte wohl Uwe Knaus, der bei Daimler arbeitet. Und trotzdem landeten alle drei dort.

3. So und beim Kontext wird es jetzt richtig interessant. Und auch ein wenig kompliziert. Opel hat nämlich nicht nur seine Bilder in einen ansprechenden Kontext gesetzt, der einen großen Interest Graph anspricht, sondern auch das Feedback aus dem Interest Graph (Die ausschlaggebenden Tweets) und die Reaktionen (Bilder ergänzen und zurück tweeten) darauf ebenfalls wieder in einen tollen Kontext gesetzt: Persönlichen, schnellen, aufmerksamen Kundenservice.

Doch es geht noch weiter: Denn durch die Bilder der Nähmaschine und der Fahrradproduktion, wurde aus dem “150 Years of Greatness mit Autos” ein “150 Years of Greatness mit Technologie”. Neuer Kontext, neuer Interest Graph, mehr Reichweite. Beweis: Das Nähmaschinenbild ist mit 19 Repins und 3 Likes das “erfolgreichste” Bild aus dem Album.

Es geht grad erst los

Mit Pinterest lässt sich also recht sicher spielen, man kann super einfach sehr viele Wühltische gleichzeitig anzapfen und hat damit unzählige Möglicheiten Kontext zu kreieren und zu nutzen. Und diese Prinzipien gehen nicht mehr weg.

In nächster Zeit werden mehr Plattformen wie Pinterest entstehen. Auch bereits erfolgreiche werden ihre Funktionalität stärker auf den Interest Graph ausrichten. Und das aus einem Grund: Weil wir Nutzer es ab jetzt gelernt haben. Pinterest hat auf breiter Front den Startschuss zum “digitalen Bummeln” gegeben. Das macht es für viele Unternehmen und Werber erstmal nicht unbedingt einfacher. Denn hierfür gibt es so gut wie keine “Goldenen Regeln” oder “Anleitungen”, an die man sich einfach halten könnte. Dafür können die Unternehmen, die sich in “normale” Menschen hineinversetzen können, mit relativ wenig Aufwand große Erfolge erzielen. Und das alles dank Pinterest…

Danke für eure Zeit!

Karsten

P.S. Was sind eure liebsten Pinterest Boards? Und wie seid ihr denn drauf gekommen?

P.P.S. Wenn ihr Bock drauf habt, dass Social Media endlich wieder “entkompliziert” wird, dann teilt diesen Beitrag einfach und/oder werdet Facebook Fan. Oder folgt mir auf Twitter :)

P.P.P.S. Rechtschreibfehler dürft ihr übrigens gern korrigieren und euch drüber aufregen.

P.P.P.P.S. Auf seinem Blog SEO-News.de hat Pascal Landau mal seinen “100.000 Besucher Pin” auseinander genommen und die Viralität bis aufs Kleinste analysiert. Da gibt’s nochmal 1-3 echt klasse Tipps (optimale Pin-Größe etc.), die man super mit den Themen Interest Graph und Kontext verknüpfen kann!

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spiele gerade mit Pinterest ein wenig rum und probiere wie man damit hochwertigen Traffic generieren kann

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Hey Holger, danke für den Kommentar :) Viel Spaß damit und es wäre toll, wenn du uns auf dem Laufenden halten könntest, wie deine Experimente verlaufen sind. Haste schon nen Plan, wie du das anstellen willst? Interessant wäre natürlich auch deine Definition von "hochwertigem Traffic". Denke, das ist schon möglich, allerdings nicht einfach. Kommt eben stark auf den Kontext an :)

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Ich denke auch, dass Pinterest hier zu Lande noch unterschätzt wird. Bilder (Emotionen) werden dem Wort immer überlegen sein. Eine einfache Struktur der Plattform ist gegeben. Kein nerviges "Ich hab Dich gern" und wollen wir nicht... Pinterest wird ein fester Bestandteil im Marketing Mix werden. Und das nicht nur für Frauen ;-)

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Hey Rolf, danke für deinen Kommentar! Unterschätzt wird es auf jeden Fall, doch das wird sich ruckizucki ändern. Wo ich allerdings einen kleinen Widerspruch hätte: Pinterest wird (hoffentlich) nie zum Marketing Mix gehören, sondern zum Kommunikations Mix. Pinterest öffnet ja nur bedingt Marketingkanäle, sondern liefert Kommunikationsgrundlagen (Interest Graph und Kontext). Sollte Pinterest als Marketinginstrument benutzt werden, ist die Plattform schneller kaputt, als man Zuckerberg sagen kann...

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Schöner Kommentar zu Pinterest. Und ja, mir macht der Dienst auch sehr viel Freude und ist eine wunderbare Plattform für meine Bilder :)

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Hey André, auch dir vielen Dank für den Kommentar. Und vor allem für deine wichtigen Worte: "Mir macht der Dienst viel Freude!" Denn genau darum geht es...

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